Bauen und Begegnen e. V.

Kenia/Sugoi 2004

Im Sommer 2004 trat eine Gruppe junger Handwerker die lange Reise nach Kenia an.

In der Nähe der Stadt Eldoret fand das neue Projekt des Vereins Bauen und Begegnen statt. Eldoret liegt am African Highway, der von der Ostküste bis in den Kongo führt. Entlang dieser Strasse findet der ganze Warenverkehr, auch für Uganda und Zaire etc. statt. Aber mit dem Warenhandel führt dieser Verkehrsstrom auch viel menschliches Elend mit: Prostitution, AIDS, zerrissene Familien…viele Kinder leben auf der Strasse, sind ausgerissen oder Waisen. Der Kirchenbezirk Eldoret der Presbyterianischen Kirche Ostafrikas erbarmte sich dieser Kinder und baute für sie in äußerst einfacher Manier Lehmhütten. Der Kirchenbezirk Münsingen ermöglichte durch Spenden den Bau von Unterkünften und Schulräumen. Insgesamt sind jetzt 107 Jungen aufgenommen, erhalten eine Schulausbildung, Unterkunft und Essen. Je älter diese Kinder werden, umso dringender wird die Frage nach ihrer Zukunft. So entschloss sich der Münsinger Kirchenbezirk zusammen mit dem Komitee aus Eldoret dazu, Berufsausbildungsmöglichkeiten anzubieten.

Dazu sind aber entsprechenden Baulichkeiten erforderlich, und so kam der Kontakt zwischen dem Münsinger Kirchenbezirk und dem Verein Bauen und begegnen zustande. Zahlreiche Besprechungen und Vorbereitungen waren erforderlich, bis endlich die Reise angetreten werden konnte. Am 3. August flogen 17 Helfer nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias, um von dort in abenteuerlicher Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Das Vorauskommando hatte ganze Arbeit geleistet, für jeden war ein bett vorhanden, eine provisorische Küche war in einem Schulzimmer eingerichtet und die Bodenplatte für den Neubau war betoniert.

Die Kenianer hatten sich entschlossen, den Bau 20 auf 20 Meter um einen Innenhof mit Natursteinen zu bauen – eine Methode, die für die deutschen Bauhelfer zunächst ungewohnt war, aber sehr schnell aufgegriffen wurde. Der Bau machte rasche Fortschritte. Besondere Mühe machte das Betonieren der Gurte, denn der Frischbeton musste in Schüsseln mit je 5 Litern etwa 3 Meter hoch geworfen werden. Für Handballer wäre es das ideale Training gewesen, für die Teilnehmer aber eine echte Strapaze bei tropischer Hitze. Schließlich liegt der Ort 1 grad nördlich des Äquators, und der nachmittägliche tropische Gewittersturm förderte die Arbeit auch nicht gerade. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.

Ein Teilnehmer fasst seine Eindrücke so zusammen: Nie habe ich so hart arbeiten müssen, aber nie habe ich so viel gelacht auf einer Baustelle, es hat Spaß gemacht. Die Zimmerleute haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen, die Forstverwaltung gab das erforderliche Holz nur sehr zögerlich frei. Schließlich wurde mit Hilfe der kenianischen Freunde auch diese Hürde genommen. Die Zimmermänner hatten ihre liebe Mühe damit, die dicken Planken aus hartem Tropenholz mit Hilfe von einfachen Handsägen zurechtzusägen und zu den erforderlichen Bindern zusammenzufügen. Am 3. September schloss ein zünftiges Richtfest mit einem Richtspruch auf Deutsch und Englisch den Rohbau ab. Die letzte Urlaubswoche war für Reisen und Erholung bestimmt. Am 10. September hieß es Abschied nehmen von Afrika. Ein Einsatz ging zu Ende, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein- wenn auch kleiner- Beitrag zur Völkerverständigung.

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